Maßeinheiten

Wer hat sich nicht schon bei der Bestellung von Brennholz durch die verschiedensten Maßeinheiten kämpfen müssen? Zumindest bei der Einholung von Angeboten wird man mit diesem Thema konfrontiert, denn unter den Brennholzlieferanten gibt es hartnäckige Verfechter für die jeweilige Maßeinheit. Der eine schwört auf den Raummeter, der nächste auf den Schüttraummeter und wiederum der nächste auf den Festmeter.

Zum Verständnis muss man einen kleinen Schwenk in die Vergangenheit machen. In den früheren Jahren wurde für das Brennholz meist das Kronenholz oder das schwache Durchforstungsholz genutzt. Holz also, dass für eine höherwertige Vermarktung ungeeignet war. Dieses Holz hat man zur leichteren Handhabung in Meterstücke geschnitten und zur Mengenbestimmung auf 1,04 Meter Höhe aufgestapelt. Einen Meter lang, einen Meter hoch und einen Meter breit ergab einen Raummeter, oder in den südlichen Landesteilen einen Ster. Der Raummeter war lange Zeit gängiges Abrechnungsmaß.

Heute wird überwiegend höherwertiges Holz für die Brennholzproduktion verwendet. Das Wort Brennholzproduktion deutet es schon an: Der professionelle Brennholzbetrieb verarbeitet ganze Stämme in einem Arbeitsgang mittels Säge / Spaltautomaten zu ofenfertigen Scheiten. Diese werden dann überwiegend technisch getrocknet. Somit verfügt der Händler über eine hohe Verfügbarkeit von trockenem, sofort brennbaren Scheitholz, unabhängig von der Jahreszeit.

Mit dem heute üblichen Produktionsverfahren ist auch eine neue Abrechnungseinheit entstanden. Unser Verband hat das Maß des Schüttraummeters maßgeblich in den Verkehr gebracht. Der Kubikmeter, also 1x1x1 Meter, ist dafür die Grundlage. Dieses Maß ist überall verfügbar und kann vom Verbraucher mit einfachen Mitteln nachgemessen werden. Daran gibt es nichts zu rütteln!

Was ist nun dran an den vielgepriesenen Umrechnungsfaktoren? Eines sei ganz klar und deutlich gesagt: Als Handelsmaß sind sie völlig ungeeignet. Jeder seriöse Händler und alle öffentlichen Institutionen weisen in ihren Veröffentlichungen über Umrechnungsfaktoren deutlich darauf hin, dass es sich bei den Angaben lediglich um Richtwerte handeln kann, diese aber je nach Holzart und Beschaffenheit starken Schwankungen unterliegen.

Welches Maß ist denn nun als Handelsmaß geeignet?

Im Grunde jedes, sofern sich der Kunde und der Händler darauf verständigt haben und der Kunde dies auch nachprüfen kann.

Ein Beispiel: Kaufen Sie Ihr Brennholz als Raummeter ein, müssten Sie dies vor der Produktion zum Scheitholz nachmessen können. Sechs Raummeter sind dann 6 Meter Länge, ein Meter Breite und 1,04 Meter Höhe. Wieviel diese Menge Holz dann als Schüttraummeter oder als aufgestapelter Kubikmeter ergibt, ist völlig unrelevant und Sie müssen dem Händler vertrauen, dass er auch die zuvor in Augenschein genommene Menge aufgearbeitet hat.

Ähnlich verhält es sich mit den anderen Maßeinheiten, darum kaufen Sie nur das, was Sie bei der Anlieferung auch nachprüfen können.

!!ACHTUNG!! Wer Ihnen Raummeter verkauft und Ihnen dann lose geschüttetes Holz anliefert, handelt nicht fair. Und wer dann noch einen Preisvergleich aufgrund von Umrechnungsfaktoren anstellt, begibt sich vollkommen ins Abseits des seriösen Handelns.

Bei der Abrechnung nach Gewicht ist immer der Feuchtegrad des Holzes mit zu berücksichtigen. Außerdem muss eine geeichte Waage zur Verfügung stehen. In der Praxis ist diese Methode vom Verbraucher schwer nachzukontrollieren.

Den Schüttraummeter können Sie immer nachmessen, egal welche Maße das Lieferfahrzeug hat. Ebenso verhält es sich bei gestapeltem Scheitholz, was allerdings vom Aufwand sehr aufwendig und äußerst Lohnintensiv ist und darum von einheimischen Brennholzhändlern selten angeboten wird.

Um einen realistischen Preisvergleich anstellen zu können, sollten Sie sich das gewünschte Brennholz immer in Schüttraummeter anbieten lassen. Da haben Sie die Möglichkeit, die gelieferte Ware auf die vereinbarte Menge hin zu überprüfen.

Schüttraummeter

ofenfertige Holzscheite

lose geschüttet

Das ist das gebräuchliche Maß im Brennholzhandel!

Raummeter

1 Meter lange Holzscheite

rund oder gespalten

bezeichnet als Meterholz oder Ster

Stapelkubikmeter

ofenfertige Holzscheite gestapelt

Wird oft mit dem Raummeter verglichen

Neben dem Schüttraummeter ein gebräuchliches Handelsmaß

Festmeter

Holzmasse ohne Zwischenräume

Stammware

genau messbar

Holzfeuchtemessgerät

Messbereich 5 – 40 %

große LED-Anzeige mit Haltefunktion

Stahlprüfnadeln

Lieferung inkl. 9-V-Block

mit Handgelenkschlaufe

Maße 129 x 63 x 32 mm, Gewicht 116 g

Im Shop erhältlich. TROTEC Feuchtemessgerät BM18 | Feuchtemesser Feuchtigkeitsmessgerät Holzfeuchte

Wieviel darf so ein Holzfeuchtemessgerät kosten?

Für die Bestimmung der Restfeuchte Ihres Scheitholzes reicht ein einfaches Holzfeuchtemessgerät aus. Dabei liegen die Kosten um die 20,- €.

Was muss ein solches Holzfeuchtemessgerät können?

Das Gerät muss in der Lage sein, den elektrischen Widerstand zwischen den einzelnen Holzfasern zu messen. Dafür gibt es eine vorgegebene Kennlinie, die aber von den Geräteherstellern nicht immer exakt getroffen wird. Somit können verschiedene Geräte unterschiedliche Werte anzeigen. Dies ist allerdings nicht so tragisch, da in erster Linie gemessen werden soll, ob das Holz gemäß der gesetzlichen Vorgabe unter 25 % Restfeuchte aufweist. Je feuchter das Holz ist, desto ungenauer wird das Messergebnis. Werte über 35 % sind mit den einfachen Geräten kaum mehr exakt festzustellen.

Versuche mit anschließender Darrprobe ( exakte Feuchtebestimmung ) haben ergeben, dass es zwischen den teuren Geräten oberhalb der 100 Euro Marke und den preiswerten Geräten um die 20 Euro kaum qualitative Unterschiede gibt.

Wie wird gemessen?

Das Holz muss immer quer zur Faser gemessen werden. Um einen möglichst genauen Wert der Restfeuchte zu bekommen, empfiehlt es sich, die Messmethode nach Heise und Krämer anzuwenden. In ihrem Institut IBT Krämer haben die beiden Herren umfangreiche Messversuche durchgeführt.

Beispiel:

Um den durchschnittlichen Wert einer Brennholzlieferung zu ermitteln, wählen Sie drei bis fünf Scheite wahllos aus. Diese spalten Sie auf und messen dann jeweils im oberen Viertel, in der Mitte und im unteren Viertel. Das Ergebnis aller Messpunkte, geteilt durch die Anzahl der Messpunkte, ergibt dann das Ergebnis.

Beispiel:

1. Scheit: 15 + 21 + 18 2.Scheit: 21 + 18 + 22 3.Scheit: 14 + 19 + 12

Ergibt: 160 geteilt durch 9 eine Restfeuchte von 17,77 %

Vorsicht bei Scheitholz, das direkt aus der technischen Trocknung kommt! Hier können die Werte des Feuchtemessgerätes total daneben liegen.